Unsere Eigenverantwortung für unser Leben

Mal ganz ehrlich, wer ist heut zu Tage schon bereit, die volle Verantwortung für sein Leben und sein Schicksal zu übernehmen? Es sind doch immer nur "die Anderen" die an unserem Schicksal schuld sind, die Regierungen, die Banken, die Arbeitgeber, die Vermieter, die Ausländer, die Nachbarn... usw. Es ist doch so bequem, Andere für unser Los verantwortlich zu machen. Aber genau in dieser Einstellung liegt mit der Hauptgrund für unsere Schwierigkeiten. Ich gebe ehrlich zu, dass auch ich diesen durchaus menschlichen Standpunkt eine geraume Zeit lang inne hatte. Nur, verbessert hat sich meine Lage dadurch nicht, ganz im Gegenteil...

Aber dann fiel bei mir irgendwann der berühmte Groschen. Zwei philosophischen Aussagen beschleunigten meinen diesbezüglichen Erkenntnisprozess:

"Die Welt ist so, wie wir sie denken!"

und

"Wie man in den Wald ruft, so schallt es zurück!"

Ich erkannte durch einige Geschehnisse, dass nur ich ganz alleine für all diese Dinge, die mir widerfahren sind, die Verantwortung zu tragen habe! Denn schiebe ich die Verantwortung für mein Schicksal Anderen in die Schuhe, gebe ich damit gleichzeitig meine persönliche Macht an diese Umstände und Personen ab, die scheinbar für mein Los verantwortlich sind! Und damit könnte ich definitiv NICHTS mehr selber an meinem Schicksal ändern. Aber genau diese Machtlosigkeit wollte und will ich auf jeden Fall vermeiden. Ich wollte und will definitiv selber bestimmen, was in meinem Leben geschieht, soweit das eben möglich ist. Und genau dieser innere Wandel zur Eigenverantwortlichkeit hat sehr gut funktioniert.

Was beeinflusst denn nun unser Leben so stark? Warum stecken manche Menschen in permanenten Schwierigkeiten und anderen Personen geht es immer gut, egal, was sie unternehmen? Wo bleibt da die Gerechtigkeit? Diese ist durchaus gegeben, nur nehmen wir sie nicht immer wahr. Das ganze Leben ist ein einziger Spiegel, der uns unsere Gedanken, Gefühle und Handlungen über das Schicksal wieder spiegelt. Der Volksmund beschreibt dies mit dem Sprichwort: "Wie man in den Wald ruft, so schallt es zurück".

Wirksam ist hier das universale Gesetz von Ursache und Wirkung, oder anders ausgedrückt: Aktion = Reaktion. Jedes Kind lernt dieses Naturgesetz in der Schule im Physikunterricht. Warum erkennen wir nicht, dass nicht nur die Physik, sondern unser gesamtes Leben dieser Gesetzmäßigkeit unterworfen ist? Naturgesetze haben einen universellen Charakter, d.h. sie gelten für Alles und Jeden! Und das ohne jede Rücksicht auf persönliche Vorlieben oder Einstellungen. Jesus sagt in der Bibel das Selbe: "Was der Mensch sät, das wird er ernten!" In den asiatischen Philosophien wird dieses Gesetz auch "Karma", das Gesetz von Ursache und Wirkung, genannt. Nach diesem Prinzip funktionieren Motoren, Raketen, Autos und Flugzeuge, sowie alle atomaren und molekularen Vorgänge. Warum sollten das Leben, die Natur, das Universum, nicht ebenfalls diesem Naturgesetz folgen, im Großen wie auch im Kleinen? Macht doch Sinn, oder?

Ich möchte Ihnen hierzu ein Beispiel aus meinem eigenen Leben erzählen, ein Phänomen, das ich 25 Jahre lang als Vertriebsmitarbeiter im Außendienst beobachtet habe. Die Autofahrer unter Ihnen kennen das bestimmt: Sie haben es eilig, müssen einen dringenden Termin wahrnehmen. Sie sind dadurch etwas nervös, gereizt und prompt haben Sie den alten Opa in der lindgrünen Luxuslimousine vor sich, der anscheinend alle Zeit der Welt zur Verfügung hat. Und Ihr Ärger steigert sich, macht sich innerlich und oft auch äußerlich durch Wut und Beschimpfungen bemerkbar. Natürlich zockelt "Er" auf der gut ausgebauten Landstraße nur mit 70 km/h vor sich hin und erfreut sich an der schönen Landschaft. Und "Er" fährt exakt dieselbe Strecke, die Sie ebenfalls zurücklegen müssen. Überholen ist wegen des starken Gegenverkehrs natürlich nicht möglich. Oder "Er" kümmert sich einen Dreck um das Rechtsfahrgebot auf der Autobahn und bleibt 50 Kilometer weit auf der linken Spur und Ihr Kunde, die Behörde, Ihr Chef oder Ihre Familie warten auf Sie... In der Stadt schaltet natürlich jede verflixte Ampel auf Rot, die Zeit rennt Ihnen weg, Sie flippen fast aus... kommt Ihnen das nicht irgendwie bekannt vor? Mir erging es jedenfalls oftmals so. Eine Situation, so unangenehm, wie Hühneraugen bei einem Tausendfüßler...

Aber ich machte auch andere Erfahrungen. An Tagen, an denen ich es nicht eilig hatte, an denen ich "gut drauf" war, lief alles wie geschmiert. Staus waren überall, nur nicht auf der Strecke, die ich zu fahren hatte. Und der Opa im lindgrünen Auto fuhr nur 100 Meter vor mir her, dann bog er links ab. Die grüne Welle in der Innenstadt war selbstverständlich. Und ich war eine Viertelstunde früher beim Kunden als geplant, stressfrei und gut gelaunt. Selbstredend kamen dabei die besten Verkaufsabschlüsse zustande.

Etliche Jahre vergingen, bis mir dieser Zusammenhang zwischen meiner eigenen Gemütsverfassung und der Welt "da draußen" bewusst wurde. Doch der Erkenntnisprozess schlug eines Tages durch und ich begriff, dass es alleine meine emotionale und mentale Verfassung war, die darüber entschied, ob ich eine stressfreie Fahrt hatte, oder nicht. Und wenn ich dann doch den legendären lindgrünen Wagen vor mir hatte, versuchte ich mich nicht zu ärgern, sondern zu akzeptieren, dass es eben im Augenblick nun mal so ist. In allen Fällen, wo mir diese Änderung meiner inneren Einstellung gelang, in dem ich an etwas schönes, aufbauendes dachte und damit die Verantwortung für meine eigene Einstellung übernahm, ergab sich entweder die gefahrlose Möglichkeit zum Überholen, oder "Er" bog ab. Seitdem habe ich keinen Stress mehr beim Autofahren. Ist doch cool, oder?

Gehen Sie mal mit einer superguten Laune unter die Leute, egal wohin, Sie werden nur freundliche, zuvorkommende Menschen antreffen. Aber Gnade Ihnen Gott, wenn Sie mies drauf sind. Garantiert treffen Sie nur auf Menschen, die Ihnen ebenso widerborstig begegnen, ein perfektes Spiegelbild Ihrer eigenen Gemütsverfassung.

DAS ist direktes "Karma". "Wie man in den Wald schreit, so schallt es zurück"... Und damit ist nicht nur verbales Schreien gemeint, sondern unsere gesamte innere Verfassung, unser Denken, Fühlen und Handeln, die Art, wie wir dem "Leben" begegnen. Es gibt eine große Zahl von wissenschaftlich belegten Beispielen von Krebspatienten, denen die Ärzte nur noch einige Monate gaben, aber innerlich gesagt haben: "Ist mir egal, ich will in der mir verbleibenden Zeit noch so viel Spaß wie möglich haben"! Und sie machten all das, was sie sich in ihrem vorigen Leben versagt hatten. Ausgiebige Weltreisen, seltene Hobbys usw. Und siehe da, nach einem Jahr kamen sie von der Reise (oder was immer sie auch sonst an Spaß machenden Dingen getan hatten) zurück und waren zum maßlosen Erstaunen der Ärzte wieder gesund! Hier war ein direkter Einfluss von innerer Haltung und Schicksal erkennbar. Im übrigen können auch so genannte Placebos (Zuckerpillen anstelle von echten Medikamenten) nur dann wirken, wenn der Patient glaubt, dass es sich um ein echtes Medikament handelt. Alleine die Tatsache, dass dies funktioniert, zeigt die unglaublich schöpferische Macht des menschlichen Geistes auf.

Alle erfolgreichen Leistungssportler, Wissenschaftler, Verkäufer, Manager usw. glauben an sich, an ihre Fähigkeiten, daher sind sie auch erfolgreich! "Think big, think positive!" (Denke in großem Maßstab, denke positiv!) ist ein altes, amerikanisches und dennoch allgemein gültiges Motto. Dies wurde durch die Wahl von Barack Obama zum 44. amerikanischen Präsidenten schlagend bewiesen! Sein Motto ist fast identisch:

"Yes we can, ja, wir schaffen es!"

Sein felsenfester Glaube, seine Überzeugung dass der Wandel möglich ist, hat Geschichte geschrieben.

Christus hat dies ebenfalls sehr deutlich zur Sprache gebracht: "Nach Eurem Glauben wird Euch geschehen..." Entgegen der allgemeinen Überzeugung, sind wir nämlich meiner Ansicht nach unendlich mächtige Wesen, die viel mehr bewirken können, als es sich die meisten Menschen auch nur im Entferntesten vorstellen können. Warum ist das so? Im nächsten Kapitel zeige ich Ihnen einige mögliche Erklärungen auf.

 

Zurück zum Seitenanfang    Nächstes Kapitel    Download dieser Seite